Frage MUTmacherinnen: Liebe Claudia, du bist von der Jury als MUTmacherin gewählt worden: Wann und wozu in deinem Leben hast du MUT gebraucht?
Es war ein großer und mutiger Schritt als Tirolerin nach Oberösterreich zu gehen, die universitäre Karriere zu verlassen und die Geschäftsführung eines noch ganz jungen Vereins, der ACADEMIA SUPERIOR, zu übernehmen und diesen auf- und auszubauen. Da der Verein an der Johannes Kepler Universität angesiedelt ist, war es dennoch ein Wiederandocken an die universitären Strukturen.
Frage MUTmacherinnen: Du bist ja in deinem Leben jeweils in ganz neue Themen und Bereiche „eingestiegen“ – erzähle uns bitte diese unterschiedlichen Wege.
Der Verein ACADEMIA SUPERIOR war gerade mal ein Jahr alt, als ich als Mitarbeiterin und dann Geschäftsführerin eingestiegen bin. Es war eine unglaublich spannende, anspruchsvolle und bereichernde Aufgabe an den Herausforderungen der Zukunft zu arbeiten – an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik.
Es gab und gibt ja auch eine enge praxisorientierte Zusammenarbeit mit dem Land OÖ, Mitarbeit an der Reformagenda des Landes, am Bildungskompass und an der Realisierung der Vision einer Energie Leitregion Oberösterreich.
Und Ende 2023 der Aufbau einer Rot-Kreuz-Stelle an der Johannes Kepler Universität. Eine Ortsstelle des Roten Kreuzes an einer Universität zu gründen, ist einzigartig – auch über die Grenzen Österreichs hinaus. Einerseits ist die JKU mit seinen Professorinnen und Professoren, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und seinen Studierenden größer als manche traditionelle Ortsstelle und andererseits soll damit den Studierenden die Möglichkeit geboten werden, sich im Rahmen ihres Studiums mit sozialen Themen zu befassen und freiwillige soziale Arbeit zu leisten.
Frage MUTmacherinnen: Deine neue Aufgabe für und mit dem BVRD ist ja wieder eine Vision …
Ja, es geht um die Weiterentwicklung einer hochwertigen präklinischen Notfallversorgung. Es gibt eine Reihe von Institutionen, die derzeit auf diesem Gebiet erfolgreich tätig sind – mit unterschiedlichen Aus- und Weiterbildungswegen, mit unterschiedlichen Angeboten – aber es fehlt die Vernetzung.
Es geht im Bundesverband Rettungsdienst um die Etablierung und Weiterentwicklung eines modernen, überregionalen, über-institutionellen Rettungswesens in Österreich – qualitativ hochwertig und patientenorientiert. Wir setzen uns für eine Anerkennung der Sanitäterinnen und Sanitäter als integraler Bestandteil des Gesundheitssystems ein.
Frage MUTmacherinnen: Womit machst du anderen Menschen MUT?
Über die bisherigen eigenen Grenzen hinaus gehen – verbunden mit der Überzeugung: das braucht´s!
Das Interview wurde geführt von Gabriele Kössler am 30. März 2026.
17.7.2026/HE