MAG.A

MANUELA REICHERT

Kulturmanagerin, Künstleragentin, Lektorin an der JKU Linz für Tourismusmanagement und Kulturwissenschaften, Unternehmensberaterin, Präsidentin Soroptimist Club Linz 1

Interview

Manuela Reichert hat eine Vision. Sie will Kultur in die Öffentlichkeit tragen. 18 Jahre lang hat sie die Geschicke der Kulturpark Traun GmbH gelenkt und alles, was dort entstanden ist entwickelt. Als Krönung ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin zweier Kulturhäuser, konnte sie 2017 den Neubau des Kulturhauses spinnerei eröffnen. Bis Mitte November 2020 war sie als Geschäftsführung der Philharmonie Salzburg und Kinderfestspiele tätig. Am Zenit ihrer Arbeit angekommen, ist es nun Zeit für neue Herausforderungen. Manuela Reichert hat die Position der kaufmännischen Geschäftsführung in der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 GmbH übernommen

Manuela Reichert hat sehr ungewöhnlich ihre Karriere ins Berufsleben gestartet. Sie brachte während des Betriebswirtschaftsstudiums Ihren Sohn zur Welt und begann direkt nach Studienende ihren Job als Geschäftsführerin der Kulturpark Traun GmbH (ehem. VEST GmbH). Mit 3-jährigem Kind direkt nach dem Studium in die Geschäftsführung einzusteigen hat geprägt. Es galt schnell zu lernen und mutig zu Entscheidungen zu stehen. Anders wäre der Weg vom kleinen regionalen Kulturbetrieb zu einer österreichweiten Größe vor den Toren der Landeshauptstadt Linz nicht möglich gewesen. 

Sie entwickelte die Marke “Kulturpark Traun”, die beide Spielstätten Schloss Traun und spinnerei umfasst, samt Park- und Gastronomielandschaften. Eine Idee, die höchst erfolgreich umgesetzt wurde. Der Spaß an Entwicklungsarbeit in Sachen Kultur ist noch immer präsent. Sie kümmert sich um Start ups von spannenden Kulturprojekten in Österreich und gibt ihr umfassendes Wissen im Kulturbereich als Lektorin, Vortragende und Unternehmensberaterin weiter. Mit 2020 übernahm sie die kaufmännische Geschäftsführung in der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 GmbH. 

Manuela Reichert liebt Picassos Spruch: „Die Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“. Kunst und Kultur sollen berühren, emotionalisieren oder auch polarisieren. Nur so werden Dialog und Perspektivenwechsel – der Blick über den berühmten Tellerrand – möglich.

Den Perspektivenwechsel lebt Manuela Reichert selbst aktiv. Sie ist Sängerin einer Bluesband, die sie mit dem Gitarristen Ulli Bosch gegründet hat. Mit eigenen Songs stehen sie mehrmals pro Jahr auf der Bühne. So erlebt sie Veranstaltungen nicht nur als Gast oder Veranstalterin, sondern auch als Künstlerin. Das bewahrt vor Betriebsblindheit und erhält die Lust, Kultur zu machen.

Auf der Bühne zu stehen ist für sie ein gutes Mittel, um Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu stärken. Es gilt, immer ein klein wenig aus der Komfortzone herauszugehen und einen weiteren Schritt zu machen, sich zu bewegen. Manuela Reichert meint, dass jede Frau ein Werk im Leben braucht. Jede muss für sich das finden, was sie glücklich macht, dann wird sie auch selbstbewusst und erfolgreich an dieses Ziel kommen. „Erst wenn man gefunden hat, was einem wirklich ein Anliegen ist, ist man auch bereit, dranzubleiben und alles dafür zu geben“, sagt sie.

Für Manuela Reichert ist es für die Zukunft der Frauen wichtig, dass sie sich selbst treu bleiben. Frauen sollen weiblich sein dürfen. Sie sollen nicht den Archetyp „Mann“ nachahmen, sondern authentisch als Frau bleiben. Nur so bleiben sie in ihrer Kraft und können ihre Stärken auch in Top-Positionen nutzen. Gerade wenn es um Führung geht, können Frauen ihre weiblichen Stärken gut einbringen, insbesondere ihre soziale Kompetenz, meint sie. Schweden hält sie diesbezüglich für ein Vorbild. Die Frage nach der Berufstätigkeit und der Stärke der Frau stellt sich dort nicht. Frauen sind gleichberechtigt mit Männern und die Entscheidung für eine Familie ändert daran nichts. So hat sie das bereits als Kind bei ihrer schwedischen Verwandtschaft wahrgenommen.

Sie ist selbst hat ihren Sohn schon während des Studiums zur Welt gebracht. Kein Grund, abzubrechen oder leiser zu treten. Nein, ein Grund, effizienter zu werden und Ziele klarer zu verfolgen. Für Manuela Reichert ist dieses Ziel die Kultur – ihre große Herzensangelegenheit.

Name
Familie
Lieblingsort
Lebensmotto
Mein Ausgleich
Ich in drei Worten
Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre