Dr.in

Verena Fastenbauer

Pädagogin, Sportlerin und Trainerin

Verena Fastenbauer ist ein Mensch, der vielseitige Talente vorweisen kann. So ist die begnadete Badmintonspielerin nicht nur in der Welt des Sports, sondern auch im Bildungsbereich beheimatet. Dass sich beide Themengebiete hervorragend miteinander verbinden lassen, wird anhand ihrer langjährigen Trainerinnentätigkeiten deutlich, bei denen sie ihr sportbezogenes Wissen unermüdlich an die nächste Generation weitergab. Parallel dazu lernte die gebürtige Gmunderin als Pädagogin bereits mehrere Bildungsinstitutionen kennen und konnte aufgrund ihrer Expertise an deren Weiterentwicklung in den Feldern Wirtschaft und Digitalisierung mitwirken. In ihrer Wahlheimat in Vorarlberg war sie etwa an der Entstehung des FH-Studiengangs Informatik – Digital Innovation beteiligt, wo sie bis heute als Lehrkraft tätig ist. Mit ihren vielfältigen Interessen und ihrem Engagement zeigt sie, wie man erfolgreich eigene Wege gehen kann.

Interview

Frau Fastenbauer, können Sie bitte Ihren Werdegang in Stationen und markanten Weggabelungen kurz skizzieren?

Parallel zum Studium der Wirtschaftsinformatik widmete ich mich auch meiner Passion, dem Badmintonsport, in Form eines Lehramtsstudiums für Sport und Geografie und dem Trainerdasein. Dort faszinierte mich nicht nur die Biomechanik und Bewegungslehre, sondern vor allem auch das Lehren und die Kompetenzentwicklung. Besonders schön war es, zwei meiner damaligen Athlet:innen bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 zu begleiten. Da es generell kaum bezahlte Trainerstellen gab und diese primär mit Männern aus dem Ausland besetzt wurden/werden, verdiente ich meinen Lebensunterhalt als Lehrbeauftragte und Projektmitarbeiterin an der Universität Salzburg und als Freelancerin über diverse Projekte im Bereich der Softwarenentwicklung und Geschäftsprozessoptimierung. Nach Abschluss meiner Dissertation zog es mich in meine Wahlheimat Vorarlberg. Als Lehrerin der HAK Bregenz engagierte ich mich bei der Institutionalisierung des Schultyps HAK Digital Business (kombinierte IT und Wirtschaftsausbildung) und bei der Entwicklung und Einführung des kompetenzorientierten Lehrplans. Das Angebot, den berufsbegleitenden Studiengang Informatik – Digital Innovation an der FH Vorarlberg zu konzipieren und zu leiten, nahm ich 2018 begeistert an.

Was ist Ihre heutige Position, wie definieren Sie Ihren Beruf?

Ich bin ehemalige Studiengangsleiterin des Studiengangs Informatik – Digital Innovation und jetzt als Hochschullehrerin für den selbigen Studiengang, vor allem im Bereich der Softwareentwicklung von verteilten Systemen, tätig.

Haben Sie in Ihrer Tätigkeit je einen Unterschied zwischen Mann und Frau wahrgenommen bzw. wie wurden Sie in Ihrer Arbeit mit der Unterschiedlichkeit der Geschlechter konfrontiert?

Das ist schwierig zu beantworten. Es gibt eine große Bandbreite bei beiden Geschlechtern. Eine Pauschalisierung wäre unangebracht. Meiner Meinung nach sind Frauen etwas pedantischer und reflektieren ihre Aussagen und Tätigkeiten intensiver.

Wurden Sie in Ihrem beruflichen Werden je durch Ihr Frausein in die Schranken gewiesen oder sind Sie dadurch je in Ihrer Karriere ausgebremst worden?

In vom anderen Geschlecht dominierten Tätigkeitsbereichen ist man häufig mit Vorurteilen und Zurückweisungen konfrontiert. In meinem Fall bin ich mir nicht sicher, ob es das Frausein oder auch mein ungebrochener Idealismus, Veränderungswille oder Glaube an das Gute im Menschen war. Zu dem Zeitpunkt als bemerkt wurde, dass ich mit Einsatz und Zusammenarbeit viel bewegt habe, standen die Managementebenen immer hinter mir.

Meine MOTIVATION ist, …

Jugendlichen Potentiale aufzuzeigen und ihnen Kompetenzen für ihre Zukunft mitzugeben.

 

ANTRIEB ist mir……

meine eigene Neugierde beziehungsweise mein Interesse, Veränderungswille und meine Lernfähigkeit.

In welchen Situationen Ihrer bisherigen Laufbahn hat man Ihnen Mut gemacht?

Leider sehr selten und wenn, dann haben mir primär Kolleginnen und Personen aus dem Bekanntenkreis, welche die Talente von mir erkannt und geschätzt haben, Mut gemacht, durchzuhalten.

In welchem Bereich würden Sie jungen Frauen aus heutiger Sicht gerne Mut machen?

Vorurteile zu erkennen, aber sich von diesen nicht irritieren zu lassen. Denn das Geschlecht ist in intellektuellen Tätigkeitsbereichen irrelevant. Überall dort, wo die körperliche Konstitution nicht der entscheidende Leistungsfaktor ist, ist alles möglich. Es gilt vielmehr, die Diversität in Teams gut zu nutzen. Entscheidend ist auch, seinen eigenen Werten treu zu bleiben und, wenn der Veränderungswille der Organisation fehlt, sich neu zu orientieren.

Name: Verena Fastenbauer

Familienstatus: in einer Partnerschaft

Lieblingsgericht: Fisch und Salat

Lebensmotto: Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant)

Mein Ausgleich: Sport und mein Lebenspartner

Ich in drei Worten: bewegend, wissbegierig und inspirierend

Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre, dann … könnte ich in der kurzen Zeit leider auch nicht viel bewegen. Veränderung braucht Ziele, Zeit und ein gutes Team!

Name
Familie
Lieblingsort
Lebensmotto
Mein Ausgleich
Ich in drei Worten
Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre