PD.in Dr.in

Andrea Navarro-Quezada

Physikerin und Leiterin des Forschungsservices an der Medizinischen Fakultät der JKU

Andrea Navarro-Quezada ist Physikerin und leitet das Forschungsservice an der Medizinischen Fakultät der JKU. Sie ist Vorsitzende des Arbeitskreises für Chancengleichheit in der Physik der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft.

Foto: Andreas Robl

Andrea Navarro-Quezada ist Physikerin und leitet das Forschungsservice an der Medizinischen Fakultät der JKU. Sie ist Vorsitzende des Arbeitskreises für Chancengleichheit in der Physik der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft.

Foto: Andreas Robl

Interview

Vorab ein paar Worte zur Person:

Andrea Navarro-Quezada ist gebürtige Mexikanerin, hat an der Universidad Autónoma de San Luis Potosí Physik studiert und wollte ihre Karriere in der Wissenschaft in Deutschland fortsetzen. Auf Empfehlung ihres Professors in Mexiko hat sie an der JKU in Linz ihr Doktoratsstudium absolviert. In Experimentalphysik hat sie sich später habilitiert.

Als Kind hat Andrea Navarro-Quezada zwei Jahre in Stuttgart gelebt, mit ein Grund weshalb sie ihre wissenschaftliche Karriere in einem deutschsprachigen Land machen wollte.

2012 – 2014 war sie am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften in Berlin tätig.

2014 – 2021 war sie Projektleiterin beim Elise Richter-Programm, einem Programm zur Unterstützung hervorragend qualifizierter Wissenschafterinnen in ihrer Karriereentwicklung in Hinblick auf eine Universitätslaufbahn.

2020 wurde sie gemeinsam mit Anna Spindlberger Oberösterreichische Science Slam Meisterin.

Sie ist Autorin des Physikblogs „Die Physiker“ im Standard.at. Seit 2021 leitet sie das Team der Medizinischen Fakultät im Forschungsservice der Johannes Kepler Universität Linz.

Frage MUTmacherinnen: Wozu haben Sie Mut gebraucht?

Ich habe Mut gebraucht, um allein nach Österreich zu kommen und hier das Doktoratsstudium zu machen. Es war immer mein Ziel, aber: das Vorhaben dann umzusetzen braucht Mut. Der zweite mutige Schritt war, die Wissenschaft zu verlassen und eine Karriere in der Förderberatung zu machen.

Frage MUTmacherinnen: Womit machen Sie Mut?

Ich unterstütze Forschende bei ihren Forschungsanliegen: bei Bewerbungen für Forschungspositionen, bei der Teilnahme an Projektausschreibungen, und bei der Suche nach Fördergebern.

Ich biete Kontakte zu andere Forschungsdisziplinen und Unternehmen.

Als Koordinatorin des Netzwerks „Forscherinnen in der Medizin“ (FemMED) ermutige ich Frauen in der medizinischen Forschung, ihre wissenschaftliche Karriere zu verfolgen. Zu diesem Zweck organisiere ich verschiedene Workshops, wie z.B. zu Kommunikation und Konfliktmanagement, sowie Austauschtreffen und Keynotes. Mir ist es wichtig, Sicherheit zu vermitteln und meinen Forscherinnen Sichtbarkeit zu geben. Das tue ich auch als Vorsitzende des Arbeitskreises für Chancengleichheit in der Physik der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft durch die Rubrik „Die Physikerin des Monats“.

Wichtig sind Vorbilder und Role Models. Ich gebe mit: „Das schaffe ich!“, „Das mache ich jetzt, Schritt für Schritt!“ und „Es ist alles offen!“

Frage MUTmacherinnen: Wichtig in Ihrem Leben war und ist …

Die Wissenschaft und Forschung. Was ich an meinem jetzigen Beruf besonders mag, ist, dass ich Forschende dabei unterstützen kann, Entwicklungen und Fortschritte für unsere Gesellschaft durchzuführen. Dabei ist mir auch wichtig, den Frauenanteil in der Forschung zu erhöhen. In meiner Schulzeit in Mexiko waren wir 4 Mädels in der Klasse und 3 davon sind in die Technik gegangen, das ist hier in Mitteleuropa ganz anders. Wir brauchen mehr Professorinnen, mehr Rollenbilder und deshalb bin ich für die Quote: wir brauchen Veränderung. Ich erlebe hier in Österreich mehr Gesellschaftliche Restriktionen als in Mexiko.

Nachsatz:

Als Interviewerin habe ich eine höchst engagierte, bewundernswerte, temperamentvolle und durchsetzungskräftige Persönlichkeit kennengelernt. Ich hoffe, dass noch viele künftige Wissenschafterinnen “durch ihre Schule gehen“.

Das Interview wurde geführt von Gabriele Kössler am 17. April 2026.

23.6.2026/HE

 

Name
Margarete Durstberger
Familie
Lieblingsort
Lebensmotto
Mein Ausgleich
Ich in drei Worten
Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre