GERLINDE HOFER

Direktorin

Als Tochter einer Bauernfamilie geboren, hat Gerlinde Hofer schon früh den Wunsch in sich getragen, Unternehmerin zu werden. Etwas zu verkaufen war ihre Faszination. Im Alter von 13 Jahren hatte sie zum ersten Mal einen Verkaufsstand beim Christkindlmarkt, im Alter von 15 Jahren pries sie bereits ihre Trockenblumensträuße an. Und auch der Zugang zum praktischen Denken und Handeln liegt ihr im Blut: Als ältestes Kind der Familie ist sie bereits als 12-Jährige mit dem Traktor und zwei Anhängern gefahren, war logische Hofnachfolgerin, als ihr Vater starb. „Oft ging ich morgens schon in den Stall, abends war es sowieso selbstverständlich!“ erklärt die Unternehmerin heute. 1994 hat sie „Florex“ gegründet, war mit Trockenblumen-Arrangements erfolgreich. Später wurde eine tragfähige Seifenmanufaktur daraus und bis heute kam auch eine Schokoladen-Manufaktur dazu.

Interview

Als Tochter einer Bauernfamilie geboren, hat Gerlinde Hofer schon früh den Wunsch in sich getragen, Unternehmerin zu werden. Etwas zu verkaufen war ihre Faszination. Im Alter von 13 Jahren hatte sie zum ersten Mal einen Verkaufsstand beim Christkindlmarkt, im Alter von 15 Jahren pries sie bereits ihre Trockenblumensträuße an. Und auch der Zugang zum praktischen Denken und Handeln liegt ihr im Blut: Als ältestes Kind der Familie ist sie bereits als 12-Jährige mit dem Traktor und zwei Anhängern gefahren, war logische Hofnachfolgerin, als ihr Vater starb. „Oft ging ich morgens schon in den Stall, abends war es sowieso selbstverständlich!“ erklärt die Unternehmerin heute. 1994 hat sie „Florex“ gegründet, war mit Trockenblumen-Arrangements erfolgreich. Später wurde eine tragfähige Seifenmanufaktur daraus und bis heute kam auch eine Schokoladen-Manufaktur dazu.

 

Frau Hofer, ein arbeitsreiches Leben liegt hinter ihnen. Von Kindesbeinen an, sind das Schaffen und Tun Ihre Motoren.  Was hat Ihnen dabei Mut gemacht?

Um ehrlich zu sein: Ich hatte eine schwere Kindheit. In der Schule war es nicht immer leicht für mich, mein Papa starb, später auch der zweite Mann meiner Mutter. Als mein Vater uns für immer verließ, mussten wir ein Grundstück verkaufen. Mein Mut kam aus dem Antrieb, diesen Grund eines Tages zurückzukaufen. Ich hatte also ein Ziel. Später hab ich das erreicht, mehr sogar. Ich habe nie gezweifelt. Und ich hatte nie vor etwas Angst.

Wer Sie kennt, weiß, wie fleißig Sie sind. Arbeit ist eine essentielle Komponente Ihres Lebens.

Arbeit ist schön. Sie ist niemals belastend für mich. Nur Stress, Streit oder Konflikte können mich belasten. Wenn man eine Arbeit gerne macht, „anzaht“ und dabei etwas herausschaut, ist es das Erfüllendste. Und: Ich habe bei meiner Arbeit nie das Geld gezählt, wusste aber immer, wie hoch mein Kontostand ist und wo ich hinwollte. 1994, als ich Florex gegründet habe, war mein Ziel, eines Tages fünf Millionen Schilling umzusetzen. Als es erreicht war, hab ich mir 1998 das Ziel gesetzt 25 Millionen Schilling umzusetzen.  Und ich habe nie daran gezweifelt, dass das möglich ist.

Welche Produkte haben Sie so erfolgreich gemacht?

Erst die Trockenblumen, später, als ich nach einem Produkt suchte, das jeder braucht und das lange haltbar ist, die Seifen. Heute führen wir 18.000 Artikel und verkaufen in Österreich, der Schweiz, Deutschland, England und Frankreich. Die Seife war dabei ein Zufallstreffer. Der Wellnessboom 1998 hat zum Erfolg wesentlich beigetragen.

Vom Ein-Frau-Unternehmen zum Erfolgsunternehmen – wie groß ist Ihr Team heute?

Aktuell haben wir 43 MitarbeiterInnen. Ein Umfeld, das mir viel Mut macht. Und umgekehrt ich Ihnen: Ich reiße sie alle mit. Fördernd und fordernd. Erst heute hat mir eine Mitarbeiterin geschrieben: „Gerlinde, komm, wir brauchen deine Begeisterung, um hier weiterzukommen!“ Das ist doch schön, nicht?

Mittlerweile sind auch Ihre Kinder allesamt im Unternehmen?

Meine beiden ältesten Söhne sind im Unternehmen in leitender Funktion tätig. Auch meine Tochter ist im Unternehmen tätig und unterstützt uns trotz ihrer Beeinträchtigung in der Produktion. Unser Jüngster besucht die  Landwirtschaftsschule in St. Florian und hilft ebenso im Betrieb mit, wann immer er Zeit hat. Daneben haben wir noch unseren Bauernhof mit einigen Rindern, um den sich mein Ehemann Sepp kümmert. Während Florex auf die Seifen-Produkte konzentriert ist, produzieren wir unter dem Label  „Chocolina“ Schokoladen-Produkte und Backmischungen, und das seit 2001.

War in Ihrer Laufbahn das Thema „Frau sein“ je ein Hindernis?

So etwas habe ich weder gespürt noch wahrgenommen. Eher als Vorteil: Ich spüre schnell, ob es jemandem in meinem Umfeld nicht gut geht. Das hat mir schon oft geholfen und mich den Menschen nähergebracht.

Welche Vision tragen Sie in sich?

Ich habe bereits Bereiche des Unternehmens Florex an meine Kinder übergeben, jetzt muss ich nur noch das Loslassen lernen. Meine Söhne geben richtig Gas und machen ihre Sache sehr gut, sich da selbst zurückzunehmen fällt manchmal schon noch schwer.  Mit der Marke „Chocolina“ kann ich mich aber nach wie vor verwirklichen und setze jetzt dort meine vielen Ideen um.

 

Mein Rat an junge Frauen:

Wenn man von etwas zutiefst überzeugt ist: Bloß nicht zu viel Meinungen einholen, sondern auf den eigenen Bauch hören und entscheiden! Der Erfolg ist dann die beste Bestätigung. Das habe ich oft erleben dürfen.

 

Name: Gerlinde Hofer

Familie: Verheiratet, vier erwachsene Kinder

Lieblingsgericht: Kartoffelsuppe und Apfelstrudel

Lebensmotto: Hilfsbereit sein

Mein Ausgleich: Zeitschriften lesen, Geschenke für andere suchen, dekorieren

Ich in drei Worten: hilfsbereit, kreativ, umsetzungsstark

Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre … dann würde ich obdachlosen Frauen helfen. Dafür würde ich mich einsetzen.

 

 

 


Name
Gerlinde Hofer
Familie
Verheiratet, vier erwachsene Kinder
Lieblingsort
Lebensmotto
Hilfsbereit sein
Mein Ausgleich
Zeitschriften lesen, Geschenke für andere suchen, dekorieren
Ich in drei Worten
Zeitschriften lesen, Geschenke für andere suchen, dekorieren
Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre
dann würde ich obdachlosen Frauen helfen. Dafür würde ich mich einsetzen.