MAG. STEFANIE SCHAUER

Geschäftsführerin Werbeagentur Grafield und des Softwareherstellers offisy

Mit nur 28 Jahren erfüllte sie sich ihren großen Traum: die Selbstständigkeit. Mag.a Stefanie Schauer ist studierte Wirtschaftswissenschaftlerin. Bereits 2011 gründete sie ihre Werbeagentur Grafield. 2014 hatte sie die Idee für ihr nächstes Projekt, das Sie mit ihrer zweiten Unternehmens-Gründung, 2014, in die Realität umsetzte: offisy. Dabei handelt es sich um eine Online Terminbuchungs-Lösung, die sich vor allem auf Wahlärzte spezialisiert hat.  Als Ausgleich zu ihrem zeitintensiven Arbeitsleben verbringt die bald zweifache Mutter am liebsten Zeit mit ihrer Familie oder widmet sich sportlichen Aktivitäten.

Interview

Wie hatten Sie die Idee für Offisy?

Den Bedarf erkannte ich mit meinen damaligen Geschäftspartnern. Uns fiel auf, dass es überhaupt kein Problem ist Urlaube, Kinotickets, etc. online zu buchen. Nur bei Masseuren, Frisören und medizinischen Dienstleistern gab es immer noch das Problem des Medienbruchs: Die meisten Patienten/Kunden suchten über das Internet die Telefonnummer des Dienstleisters und mussten dann das Handy für die telefonische Terminvereinbarung nutzen.

Und es ist oftmals gar nicht so leicht, seinen Arzt, Frisör oder Therapeuten zu erreichen. Gerade dann, wenn sie Einzelkämpfer sind und viel am Menschen arbeiten. Deshalb war unsere Idee, dass Kunden und Patienten über die Webseite ihres Dienstleisters direkt den passenden freien Termin online buchen können. Im Hintergrund wollten wir ein smartes System haben, dass auch Kundenmanagement, Abrechnung, Terminerinnerung, etc. voll automatisiert macht. So können wir den Unternehmern helfen Zeit zu sparen.

 

Ihre zwei Co-Gründerinnen haben sie kurz nach der Gründung von Offisy verlassen. Sie haben dennoch weitergemacht. Was hat sie dazu ermutigt?

Ich bin eine Kämpferin, „geht nicht – gibt’s bei mir einfach nicht“. Ich sehe in jeder Herausforderung eine Chance, über mich selbst hinauszuwachsen. Nachdem ich in meiner Jugend auch sehr viele sportliche Wettkämpfe beschritten habe und die Challenge liebe, habe ich auch diese berufliche Challenge angenommen und habe gekämpft und gekämpft. Zum Glück hatte ich auch damals schon meinen Mann an meiner Seite, der mich immer bestärkt hat weiterzumachen. Glücklicherweise hat er damals auch das Potential von offisy erkannt und gesehen, wie wichtig es mir ist. Er hat mich bestärkt das Projekt weiter zu verfolgen!

Heute kann ich sagen, dass diese Zeit für mich wirklich sehr, sehr anstrengend war. Ich habe es damals allerdings gar nicht so wahrgenommen. Ich bin ein sehr positiver Mensch und habe nur in Etappen gedacht und step-by-step meine Ziele verfolgt. Wenn ich zurückblicke, bin ich wirklich froh, dass ich mich das getraut habe und auch die Energie dafür aufgebracht habe. Es war definitiv die richtige Entscheidung. Heute habe ich ein tolles Unternehmen, mit einem wirklich tollen Team und tollen Kunden!

 

Was gefällt Ihnen an der Selbstständigkeit? Und war es schon immer Ihr Wunsch sich selbstständig zu machen?

Es war schon immer mein Wunsch selbstständig zu sein. Ich habe das als Kind bei meiner Mutter mitbekommen, die auch selbstständig war und ich habe sie immer bewundert, wie sei alles unter einen Hut bekommt: Unternehmen + 4 Kinder. Ich habe mich dann nicht direkt nach dem Studium getraut diesen Schritt zu wagen, da ich mir einfach gedacht habe, als junger Mensch wird man vielleicht nicht gleich ernst genommen. Und außerdem wollte ich mir auch noch von anderen Unternehmen das eine oder andere abschauen.
Als ich dann den Schritt gewagt habe, war es die beste Entscheidung für mich.

 

Sie wurden im Jahr 2017 von „Frau in der Wirtschaft“ zur Unternehmerin des Monats Februar gewählt. Was bedeuten Ihnen Auszeichnungen wie diese?

Das sind einfach wirklich schöne Momente. Momente, die man nicht vergessen wird. Letztendlich freut sich jeder Mensch über Lob und Anerkennung. Von einer Fachjury bzw. bereits erfolgreichen Unternehmern ausgezeichnet zu werden, ist einfach wirklich etwas Wunderbares. 

 

Hatten Sie in Ihrer Karriere jemals das Gefühl Ihr Geschlecht spielt eine Rolle – etwa bei der Gründung selbst oder bei Auftragsvergaben etc.?

Das Gefühl hatte ich zum Glück noch nie. Ich merke besonders jetzt, in meiner zweiten Schwangerschaft, dass diese auch bei Auftragsvergaben keine Rolle spielt. Ich denke, man macht sich selbst einfach immer viel zu viele Gedanken über das, was andere denken. Ich spreche etwa meine Schwangerschaft gegenüber meinen Kunden auch immer ganz offen an und informiere sie darüber, wie meine Abwesenheit geregelt ist.

Zum Glück war ich noch nie damit konfrontiert, dass ich auf Grund dessen einen Auftrag nicht bekommen hätte. Gerade junge und weibliche Kunden finden es toll, dass ich es schaffe beides unter einen Hut zu bringen. Kürzlich hat eine Kundin zu mir gesagt, dass ich ihr Vorbild bin und dass sie auch beides schon bald unter einen Hut bringen will.

 

Was raten Sie Frauen, die selbst gründen möchten?

Just Do it. Vor allem dann, wenn man das Bedürfnis hat, seine eigenen Ideen umzusetzen. Ich rate auch immer, dass man sich nicht zu viele Meinungen über eine Geschäftsidee einholen soll – denn nicht jede/r eignet sich als Berater(in). Diese sollte man sich wirklich gut aussuchen. Weiters ist es von enormer Wichtigkeit, dass man sich über seine privaten Finanzen Gedanken macht: Wie lange kann man vom Ersparten leben und wann ist es realistisch die ersten Umsätze mit einer Geschäftsidee zu machen.

 

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Können Sie sich weitere Gründungen vorstellen? Was würde Sie reizen?

Meine Pläne für die Zukunft sind sicherlich meine Unternehmen weiterzuentwickeln und immer am Puls der Zeit zu bleiben. Immer zu verstehen, was meine Kunden brauchen und ein offenes Ohr für Ideen zu haben. Derzeit bin ich gerade noch dabei, die Familiengründung abzuschließen, Baby Nr. 2 kommt in wenigen Wochen. In den kommenden Monaten liegt der Fokus dementsprechend voll und ganz auf meiner Familie.
Aber sollten sich neue Ideen ergeben, die sich familientauglich neben meinen bestehenden Unternehmen umsetzen lassen, bin ich auf jeden Fall immer bereit dafür!

 

Selbstständigkeit bedeutet oft viele Stunden im Büro und in Meetings. Was tun Sie als Ausgleich?

Als Ausgleich verbringe ich am liebsten Zeit mit meiner kleinen Familie. Mein Mann, mein Sohn und ich lieben die Zeit zu dritt in der Natur. Außerdem bin ich leidenschaftliche Golfspielerin (ich spiele im Linzer Golfclub Luftenberg auch in der Damenmannschaft), Skifahrerin und Tennisspielerin. Für meine Fitness gehe ich gerne Laufen oder mache Yoga.

Name
Mag. Stefanie Schauer
Familie
verheiratet, Mutter eines Sohnes (Stand Juni 2020)
Lieblingsort
Lebensmotto
life ist so short, live your dreams!
Mein Ausgleich
Ich in drei Worten
Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre
dann würde ich gerne Konzepte entwickeln, die es Frauen ermöglichen flexibler im Job und auch als Mutter zu sein.