BIRGIT GERSTORFER

Landesrätin für Soziales und Gemeinden

Eine waschechte Oberösterreicherin: 1963 wurde Birgit Gerstorfer in Wels geboren. Aufgewachsen ist sie im schönen Alkoven, wo sie auch heute wohnt.

Die Arbeit mit und für Menschen lag der heutigen Landesrätin schon immer am Herzen. Im Juni 2016 wurde die zweifache Mutter nach einer Karriere beim AMS Oberösterreich zur Vorsitzenden der SPÖ Oberösterreich gewählt und wenige Tage später zur Landesrätin für Soziales, Kinder- und Jugendhilfe, Gemeinden und Tierschutz ernannt. Ausgleich zu ihrem stressigen Alltag findet die Großmutter von drei Enkelkindern in ihrer Familie und ihrem Garten.

Interview

Warum sind Sie in die Politik gegangen?

Ich war mein Leben lang politikinteressiert, in jungen Jahren kurz im Gemeinderat und als Mitarbeiterin und Führungskraft im AMS immer dafür verantwortlich, politische Entscheidungen auszuführen. Oft habe ich kritisiert. Als die Entscheidung anstand in die Politik zu gehen, habe ich nicht lange gezögert. Es geht mir um’s Tun und um’s Verändern. Ich will einen Beitrag leisten, dass meine Enkelkinder in einer besseren Welt leben, eine in der Respekt, soziale Sicherheit und  Chancengleichheit eine Selbstverständlichkeit sind.

 

Politik ist nach wie vor eine Männerdomäne. Warum, was muss sich ändern?

Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht eingeführt, seither gab es wichtige Schritte. Wir haben aber noch viele vor uns, denn nach wie vor ist der Frauenanteil in politischen Ämtern niedrig. Was hilft? Meine Antwort ist Quote, Quote, Quote, ….. Ich kann da aus Erfahrung sprechen. Im AMS gilt das Bundesgleichbehandlungsgesetz, das besagt, dass solange nicht die Hälfte der Führungsfunktionen weiblich besetzt ist, bei gleicher Qualifikation die Frau bestellt wird. Das kann man in die Politik übertragen. Und das ist dann eben „Quote“, die dazu führt, dass Frauen besonders ermutigt, gefördert und gefordert werden, weil es zu einer Verpflichtung wird.

 

 Sie sind Landesrätin für die Bereiche Soziales, Kinder- und Jugendhilfe, Gemeinden und Tierschutz. Wenn Sie reihen müssten, welcher Bereich liegt Ihnen am meisten am Herzen?

In allen Bereichen geht es um die Menschen und die sind meine Priorität. Ich sehe die Politik als Auftrag, das Leben der Menschen zu verbessern. Viele Menschen geraten in Notsituation, in den meisten Fällen gänzlich unverschuldet. Kinder suchen sich nicht aus, wo sie geboren werden. Ältere Menschen werden nie freiwillig pflegebedürftig, Menschen mit Beeinträchtigungen brauchen Hilfe. Das ist mein Auftrag, diese Menschen zu unterstützen und jenen, denen es gut geht, die Sicherheit zu geben, dass Hilfe da ist, wenn sie nötig wird.

 

 Als Politikern, aber auch Beschäftigte beim AMS ist man mit vielen persönlichen Schicksalen konfrontiert. Schaffen Sie es die Arbeit „im Büro“ zu lassen?

Ja, das gelingt mir gut und das habe ich über Jahre gelernt. Nur wenn ich selbst ausgeglichen bin und für meine persönliche Erholung sorgen kann, habe ich die Kraft und Ausdauer meine Arbeit für die Menschen gut zu machen. Dazu gehört auch, abschalten zu können. Der Garten und die Familie sind da sehr hilfreich.

 

Was schätzen ihre drei Enkelkinder an ihrer Großmutter?

Ich bin eine schlechte Bastlerin, aber eine gute Köchin. Wir machen Kekse und Marmeladen zusammen. Sie kommen am Wochenende oft zum Frühstück und wir nehmen uns Zeit zum Miteinander. Vermutlich werden sie sich als Erwachsene an eine Oma erinnern, die viel gekocht hat und auf vielen Plakaten in ganz Oberösterreich zu sehen war.

 

Als Vorsitzende der SPÖ Oberösterreich: Was sind Ihre Visionen für das Bundesland Oberösterreich?

Oberösterreich ist das Land der Menschen, denen es gut geht, die Arbeit haben, die keine Sorgen haben wegen der Kinderbetreuung, die Pflege bekommen, wenn es nötig ist,
die ein stabiles Gesundheitssystem vorfinden ohne Zweiklassenmedizin, für die Armut kein Thema ist und die sich darauf verlassen können und darauf vertrauen, dass jede Krise überwindbar ist.

 

Name
Birgit Gerstorfer
Familie
verheiratet, Mutter von zwei Töchtern
Lieblingsort
Lebensmotto
Immer für die Menschen“
Mein Ausgleich
Ich in drei Worten
Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre
würde ich einen Rechtsanspruch auf kostenlose Kinderbetreuung einführen und damit die echte Wahlfreiheit für Eltern ermöglichen.