Monika Krautgartner

Schriftstellerin, Illustratorin, Kolumnistin, Feministin, Christin, Konsulentin für Volksbildung und Heimatpflege, vielfach ausgezeichnete Literaturpreisträgerin

Interview

Aus bescheidenen Verhältnissen stammend ist die taffe Innviertlerin über verschiedene Stationen bei ihrer Profession und Passion angekommen. Seit 1993 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig, hat über sechzig Bücher veröffentlicht und wurde mit unzähligen Preisen ausgezeichnet. „Ich schreibe, weil ich muss, aber auch, weil ich kann.“, begrüßt die „Buchstabenmutter“aus dem Innviertel – wie sie sich selber nennt – die Gäste auf ihrer Website.

Literatur, Kleinbühne, Mundartgedichte, Illustration, Aktionismus und Happenings, gelebter Feminismus – so facettenreich stellt sich das Leben von Monika Krautgartner dar. Als Ältestes von fünf Geschwistern übte sie schon früh den Aufstand, provozierte mit schwarz bemalten Lippen die bürgerliche Umwelt, Selbstständigkeit und Individualismus waren ihre Leitthemen. Schon mit fünfzehn begann sie zu arbeiten, zuerst als Zahnarzthelferin, später bei der AEG im Zweischichtbetrieb, dann bei der Post, letztendlich im Betrieb des Ehemannes: „Ich hätte überall angeheuert, sandeln gab es bei mir nie, Hauptsache unabhängig, mein eigenes Geld.“

Berufliche Highlights gab es viele, ein ganz besonderes war die Premiere eines ihrer Theaterstücke für Jugendliche im Teatro Dell’angelo in Rom, ein großer Augenblick für sie, den sie sehr genoss.

Ihre Stärke zieht sie aus dem festen Vertrauen in sich selbst. So hat sie immer schon gespürt, dass sie stets einen Weg finden wird, um ein gutes Leben führen zu können: selbstbestimmt, selbstbewusst und unbeeinflusst vom Lebensstil anderer oder irgendwelchen gerade aktuellen Trends.

„Ich bin mir als Frau und Feministin immer treu und bleibe authentisch. Und es ist mir wirklich schnurzegal, ob ich dafür gelobt, geliebt, bewundert oder kritisiert werde – was Frauen, die sich derart exponiert ins Fenster stellen, natürlich immer wieder passiert. Ein Leben lang. Kein Problem für mich!“, erzählt sie nicht ohne Stolz.

Auf den Weg gebracht hat sie ihr Vertrauen in ihre eigene Kraft. Das Leben bietet stets spannende Perspektiven, auch jenseits des Mainstreams. Mutig hat sie sich voll und ganz auf ihren Beruf als Künstlerin eingelassen, auf einen um zehn Jahre jüngeren Mann, auf einen radikalen Ortswechsel.

Hinsichtlich Karrierechancen von Frauen in Europa meint sie, dass diese in manchen Ländern besser seien als in Österreich, vor allem dort, wo mehr Betriebskindergärten und die nötigen alltagsbegleitenden Strukturen vorhanden sind. An den Frauen selbst sieht sie die Ursache nicht.

Mädchen erfahren ihrer Beobachtung nach immer noch dann die größte Akzeptanz, wenn sie freundlich, hübsch und angepasst sind. Diese alten Rollenbilder möchte Monika Krautgartner aufbrechen. Dazu ermutigt sie Frauen, öfter mal laut, provokant, unbequem zu werden und sich stark einzubringen, zuzugreifen, wenn sie etwas haben möchten. Frauen sind in ihren Augen zauderhafter und selbstkritischer als Männer. Vollkommen unnötig, wie die warmherzige, aber auch streitbare Feministin findet.

„Ändern wird sich in ihren Augen niemals etwas schnell und schon gar nicht freiwillig. Die Frauen kommen immer erst dann zum Einsatz, wenn die Männer „ausgehen“ (sie erinnert an das Bundesheer und die Ministrantinnen), also immer aus der Not heraus. Eines Tages werden wohl genau aus diesem Grund Frauen zum Priestertum zugelassen werden“, meint die praktizierende Christin.

Ihre beruflichen Pläne verfolgt Krautgartner zielstrebig. So arbeitet sie bereits daran, eines ihrer Bücher in eine andere Sprache übersetzen zu lassen. Social Media nutzt sie bei all ihren Vorhaben oft und gerne. Privat ist sie seit 2015 in dritter Ehe glücklich mit ihrem Langzeitpartner Martin verheiratet. Hobbies braucht sie nicht, ihre beiden Kinder, Enkelkinder und ihr Beruf erfüllen sie voll und ganz.

Name
Familie
Lieblingsort
Lebensmotto
Mein Ausgleich
Ich in drei Worten
Wenn ich einen Tag Frauenministerin wäre